Poker texas Hold em: Geschicklichkeitsspiel oder Glücksspiel?

Poker texas Hold em:

Michael A. DeDonno, ein Doktorand an der Case Western Reserve University (Cleveland, Ohio), hat vor kurzem die Antwort gegeben auf eine der strittigsten Fragen der vergangenen Jahre: Ist Poker ein reines Glücksspiel oder geht es dabei um Können? Diese Frage existiert schon so lange, wie es das Spiel gibt, doch in den letzten Jahren wurde sie immer wichtiger und hat vielleicht sogar weltweite Auswirkungen. Glücksspiel wird heute wie folgt definiert: Spiele, bei denen Gewinn und Verlust ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall abhängen (wikitionary.org). Ein Durchschnittsbürger, der eines Abends Poker spielen geht, ist ein Glücksspieler. Auch wenn er von da an sein Leben lang jeden Abend Pokern geht, bleibt er ein Glücksspieler, wenn er Poker nicht richtig spielt. Ein Geschicklichkeitsspiel liegt dagegen vor, wenn nicht der Zufall, sondern körperliche oder geistige Fähigkeit die Entscheidung über Gewinn und Verlust bestimmt. Danach kann genau das gleiche Spiel ein Glücksspiel sein, wenn es von Unkundigen gespielt wird, dagegen ein Geschicklichkeitsspiel, wenn die Spieler Übung und Erfahrung besitzen. Innerhalb der gleichen Veranstaltung kann dasselbe Spiel aber nicht bald Glücksspiel und bald Geschicklichkeitsspiel sein. Pokern ist aus zwei Gründen ein Boom: Erstens wird es vom Fernsehen stark beworben, die privaten Fernsehsender machen da eine richtige Show draus. Das hat Nachahmer gefunden. Früher war Poker ein typisches Spiel im kriminellen Milieu, das ist im Hinterzimmer gemacht worden, und Sie kamen nicht dahin. Jeder weiß eigentlich, dass es in seinem Umfeld private Pokerrunden gegeben hat, wo Leute viel Geld verloren haben. Die Werbemaßnahmen werden heute mehr auf Jugendliche abgestellt. Pokern wurde zunehmend als Geschicklichkeitsspiel verkauft, deshalb sind dann auch Jugendliche verstärkt angesprochen worden. Natürlich kann man, wenn man Glück hat, schnell mal was gewinnen, wenn man aber viel Poker spielt, hebt sich das Glück durch die Warscheinlichkeit auf. Ab diesem Moment ist es kein Glückspiel mehr, sondern ein Geschicklichkeitsspiel. Wenn Poker ein Glücksspiel wäre gäbe es keine Profis die davon leben könnten. Es gibt z.B. weltweit keinen einzigen Profesionellen Roulettespieler, aber jede Menge gute Pokerspieler.

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