Bei der heutigen Texas-Hold’em-Strategie geht es um das Check-Raising, also das Schieben zu Beginn und das Erhöhen des Einsatzes, nachdem andere Spieler bereits ihre Einsätze gemacht haben. Diese Pokerstrategie steht in dem Ruf, immer wieder für lebhafte Diskussionen zu sorgen, die gelegentlich in Handgreiflichkeiten münden. Die einen werden darüber diskutieren, ob man auf diese Strategie zurückgreifen sollte, wenn man die beste Hand hat, während andere das Riesenpotenzial dieses Zugs für Bluffs hervorheben werden. Natürlich haben alle irgendwie Recht. Wenn Sie diese Strategie anwenden, während Sie das beste Blatt haben, überlassen Sie den Spielern, die ihre Einsätze nach Ihnen machen, sehr viel Kontrolle über das Spiel: Falls die Mitspieler keine Einsätze machen, haben Sie keine Gelegenheit mehr, Ihr Check-Raise durchzuziehen. Das Bluffpotenzial dieses Zuges ist ebenfalls ziemlich hoch, aber was ist, wenn jemand in der Runde mit Ihrem Bluff mithalten kann? Ihre Texas-Hold’em-Strategie ginge damit dann den Bach runter. Es gibt bei dieser Pokerstrategie also durchaus sowohl Risiken als auch Belohnungen. Viele Menschen werden aber zustimmen, dass Spieler, die diesen Zug wagen, dadurch ihr Image am Tisch verändern können.
Das eigene Image am Spieltisch lässt sich in eine umfassende Pokerstrategie integrieren. Eine Möglichkeit für Spieler, das Check-Raise-Image als Waffe einzusetzen, besteht darin, den Positionsvorteil des Spielers auf dem hintersten Platz in Luft aufzulösen. Häufig agiert jemand, der von der hintersten Position aus mit aggressiven Spielzügen auffällt, völlig anders, wenn er an einem der vorderen Plätze sitzt. Mit anderen Worten, die Karten sind oftmals nicht annähernd so gut wie die Wetteinsätze. Sie setzen einfach nur aggressiv, weil sie nicht zu befürchten haben, dass nach ihnen noch erhöht wird. Diese Handlungsweise zwingt ihre Gegenspieler zu unbequemen finanziellen Entscheidungen. Dieses Verhaltensmuster ändert sich sofort, wenn jemand mit am Tisch sitzt, der dafür bekannt ist, gerne mal ein Check-Raise durchzuziehen. Der Spieler an der letzten Position kann sich niemals sicher fühlen, was sich möglicherweise auf sein Verhalten auswirkt. Die Zielscheibe in Bewegung zu halten und den Spieler an der letzten Position aus Furcht vor einer Erhöhung des Einsatzes nach Ihrer Pfeife tanzen zu lassen, ist wahrlich keine schlechte Pokerstrategie.
So viel zur heutigen Texas-Hold'em-Strategie.



